Bald finden Sie hier den interaktiven Leitfaden zur Erstellung regionaler Materialkataster.

Bleiben Sie dran!

Ersteller des Leitfadens: Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung, Forschungsbereich Gebaute Umwelt – Ressourcen und Umweltrisiken


Leitfaden regionale Materialkataster

Ein Materialkataster erfasst und verwaltet Informationen über die in Gebäuden und anderen Bauwerken der gebauten Umwelt vorhandenen Materialien. Es bietet einen Überblick über die Art, die Menge und den Zustand der in einem bestimmten Gebiet verwendeten Baumaterialien und dient als Grundlage der Abbildung von Entwicklungsdynamik der gebauten Umwelt innerhalb einer Stadt oder Region. Das kann genutzt werden, um Strategien für zirkuläres Bauen in Städten und Regionen zu spezifizieren.

Die Erstellung eines Materialkatasters erfolgt durch die typologische Beschreibung des vorhandenen Gebäudebestands und deren Verknüpfung mit entsprechenden Materialkennzahlen.

Die typologische Beschreibung des Bestands basiert auf einer GIS-Analyse der Gebäudepolygone und ihrer Attribute. Mit Hilfe von Geodaten und 3D-Gebäudemodellen werden Informationen wie Gebäudefunktion, Gebäudefläche, Höhe und Volumen definiert. Zusätzlich ermöglichen Strukturtypenkartierungen und Daten zu administrativen Grenzen weitere Differenzierungen.

Die Rohdaten werden gesammelt und räumlich und mit Hilfe geeigneter Geoinformationssysteme inhaltlich bereinigt und aufbereitet. Räumliche Abfragen mit Daten zu administrativen Grenzen ermöglichen die Zuordnung von Attributen zu den Gebäudepolygon-Datensätzen und die Verknüpfung mit Materialkennzahlen.

Gebäudespezifische Materialkennzahlen beschreiben deren spezifische Materialinhalte im Verhältnis zur Nutzfläche oder zum Volumen der Gebäude. Die Grundlage dafür bilden detaillierte Analysen repräsentativer Gebäude, die typologische Merkmale in Bezug auf Nutzung und Bauweise aufweisen.

Die Erstellung eines Materialkatasters erfordert verschiedene Datenverarbeitungsschritte und Datenkorrekturen, um genaue Ergebnisse zu erzielen. Das Ergebnis ist ein Materialkataster, das Informationen über Materialkennzahlen und Materiallager in Tonnen für jedes Gebäude enthält. Eine ähnliche Analyse kann grundsätzlich auch für Verkehrswege durchgeführt werden.

Durch die Kombination von Gebäudeinformationen und räumlichen Daten ermöglicht das Materialkataster eine effiziente Verwaltung und Nutzung von Baumaterialien. Es trägt zur Ressourcenschonung und zur Vermeidung von grauen Treibhausgasemissionen (THG) bei.